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Dienstag
Mai152007

Die Gesamtschulen sind die Hoffnungsschulen Mönchengladbachs

Der Artikel erschien am 18.4.2007 in der Rheinischen Post, Ausgabe Mönchengladbach
URL: http://www.rp-online.de/public/article/regional/niederrheinsued/moenchengladbach/nachrichten/429042

Wir sind die Hoffnungsschule

VON GABI PETERS

Abi trotz Hauptschul-Empfehlung? In der Hoffnung auf einen höheren Abschluss melden viele Eltern ihre Kinder bei einer Gesamtschule an. Tatsächlich entpuppen sich etliche Schüler als Spätentwickler, sagen die Gesamtschulleiter.

1232 Kinder wurden für das kommende Schuljahr an den Gesamtschulen angemeldet, 600 zu viel. Ihnen musste eine Absage erteilt werden. Da lässt sich leicht ausrechnen, was passieren würde, wenn es in der Stadt drei Gesamtschulen weniger gebe, so wie es sich die Junge Union wünscht: „1000 Ablehnungen, und das Wehklagen ist groß.“ Da ist sich Bernd Schäferhenrich, Leiter der Gesamtschule Hardt, ganz sicher. Schon jetzt führen die fünf Gesamtschulleiter von Mönchengladbach vor jedem Schuljahr Einzelgespräche mit 60 bis 70 „schwer enttäuschten Eltern“. „Unsere Schulen werden wertgeschätzt“, sagt Marie-Luise Steves, Leiterin der Gesamtschule Rheydt-Mülfort. Wer das ignoriere, nehme auch den tief empfundenen Elternwunsch nicht ernst.

Von wegen „Abi-Light“

Die fünf Gesamtschulleiter wissen, warum die Schulform boomt. „Es sind die offenen Möglichkeiten der Abschlüsse“, sagt Lisa Klaas-Flemming von der Gesamtschule Volksgarten. Zum Vorwurf, die Gesamtschulen fänden nicht genügend Schüler mit Gymnasial-Empfehlung, kann sie nur müde mit der Schulter zucken. „Na und. An unserer Schule stecken gerade 60 Schüler im Abitur.“ Und jeder wisse, dass das Land Akademiker dringend brauche, fügt Ina Klein, Leiterin der Gesamtschule in Neuwerk an. Doch auch wenn es nicht zur allgemeinen Hochschulreife reicht, jeder höhere Abschluss sei ein Gewinn.

„Wir sind eine Hoffnungsschule. Viele Eltern von Kindern mit Hauptschul-Empfehlung sehen in uns die letzte Chance, dass ihr Nachwuchs einen besseren Abschluss bekommt“, glaubt Peter Blomert, Leiter der Gesamtschule Espenstraße. Ihn wundert es wenig, dass sich weniger Schüler mit Gymnasial-Empfehlung an der Gesamtschule anmelden. „Sie brauchen uns nicht so dringend.“ Eine leistungsmäßige Durchmischung der Schülerschaft sei wichtig, darin sind sich alle fünf Leiter einig. Aber wo die Grenze gezogen werde, von der man sich bei der Auswahl dann nach oben und unten bewege, hänge ab von dem gebotenen Potenzial. Schäferhenrich macht außerdem ständig die Erfahrung, dass bei identischem Notenschnitt unterschiedliche Empfehlungen ausgesprochen werden. „Die Aufgabe einer Schule ist nicht, gute Schüler zu bekommen. Die Aufgabe lautet, aus Schülern gute Schüler zu machen“, sagt Lisa Klaas-Flemming. 40 bis 60 Prozent und mehr erreichen an der Gesamtschule pro Jahr die Sekundarstufe II. Im allerersten 13. Jahrgang haben an der Gesamtschule Rheydt-Mülfort 74 Schüler das Abitur gemacht, „und darunter war keiner mit Gymnasial-Empfehlung“, sagt Marie-Luise Steves. Und was ist mit dem Vorwurf, das Abitur an der Gesamtschule sei ein „Abi-light“? Blomert: „Mit dem Gerücht räumt das Zentralabitur auf. Da bin ich mir sicher.“

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